Klassenschliessungen, Zusammenlegungen von Schulen oder Abbau von Bildungsangeboten haben gemeinsam, dass nicht nur die Schülerinnen und Schüler davon betroffen sind, sondern auch die Lehrpersonen.

Die Folgen für Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen:

Eine Klassenschliessung betrifft nicht nur eine, sondern mindestens drei Personen.
Denn die Zeiten, als eine Klasse von nur einer Lehrperson unterrichtet wurde, sind längst vorbei.

Ein Pensenabbau führt immer zu einer Überprüfung der Situation innerhalb des gesamten Kollegiums. Der Abbau wird über mehrere Personen verteilt.

Die Lehrpersonen sind innerhalb einer Bandbreite angestellt. Sie müssen von Semester zu Semester mit einer Pensenreduktion von bis zu 3 Lektionen rechnen, wenn sie nicht bereits an der unteren Bandbreite angelangt sind. Solche Veränderungen gelten nicht als Kündigung, führen aber zu Lohneinbussen bis über 15%.

In vielen Fällen ziehen Pensenreduktionen für alle Beteiligten belastende Reorganisationen nach sich. Die jungen Lehrkräfte kündigen und finden mühelos eine Stelle in der Privatwirtschaft.

Bei Pensenreduktionen kann kein Anspruch auf Sozialplanmassnahmen geltend gemacht werden. Das ist gut für den Kanton, aber schlecht für die Betroffenen.

Es mutet zynisch an, wenn nach Jahren einer ungenügenden Lohnentwicklung nun positive Signale beschlossen werden, diese jedoch durch einen Pensenabbau das Portemonnaie schmerzhaft belasten.

Blog von Guido Sauter, Gymnasiallehrer
Februar 2014